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Montag, 15. Mai 2017

Portrait #10: Silvan vom Hyperwerk

Von Taina Lopez

Silvan studiert Prozessgestaltung am Institut HyperWerk in Basel. Das HyperWerk ist ein Lernlabor und Teil der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW. Für unseren Blog zum Thema Arbeit 2.0 habe ich ihn getroffen und mit ihm über das Studium und seine Zukunft gesprochen.

 

Was studierst du?

Ich studiere Prozessgestaltung am Institut HyperWerk. Das ist ein sehr freies, gestalterisches Studium, bei dem man seinen Interessen folgt, seine Ideen umsetzt und in interdisziplinären Teams an Projekten arbeitet. Es kann auch als eine Art Selbstfindungs-Studium angesehen werden, weil viel Raum da ist, um in diversen gestalterischen Bereichen reinzuschnuppern.

Den Abschluss macht man in Produkt- und Industriedesign mit der Vertiefung Prozessgestaltung. Früher hatte die Vertiefung noch den Nachtrag Interaktionsleitung, was ich auch eine sehr treffende Bezeichnung finde, denn es geht darum ein Projekt aufzugleisen, die richtigen Leute in ein Team zu holen und ein Ziel umzusetzen.

 

Was sind deine beruflichen Ziele?

Mich würde es sehr interessieren, mehr in Richtung Film zu arbeiten, was ich im Rahmen des Studiums auch schon mache. Wichtig ist mir aber hauptsächlich, dass ich im Kulturbereich arbeiten werde. Ich bin sehr offen und hätte gerne einen Job, der mein Interesse an Gestaltung und Organisation verbindet. Zum Beispiel in der Filmproduktion, bei der ich Drehbücher mitentwickeln und mit dem Regisseur zusammenarbeiten kann, aber auch um das Organisatorische bemüht bin, sodass ein Projekt schlussendlich auch umgesetzt werden kann und Träume wahr werden.

 

Was stört dich am Studium?

Ganz konkret stört mich die gelegentliche Unverbindlichkeit und dass dadurch gewisse Projekte einfach versanden. Doch genau in dieser Auseinandersetzung mit dem Freiraum sehe ich auch die Herausforderung. Wie will man ein Projekt angehen? Ist es ein Traum oder eine Utopie? Wie konkret arbeitet man auf ein Projekt hin, setzt es um und zieht es trotz Hindernissen durch?

Aber auch mit dem Thema Angst, mit Ambivalenz und schlussendlich, dass es sehr persönlich ist, einem Spass macht und teilweise auch viel Überwindung braucht etwas Neues aufzugleisen. Wie in allen gestalterischen Arbeiten oder Berufen, denke ich, dass Angst und Ambivalenz dazugehören. Ich fände es schön, wenn darüber mehr gesprochen würde.

 

Hast du Angst im Bezug auf deine berufliche Zukunft?

Konkret Angst, dass ich keinen Job finde oder mir meine Existenz nicht sichern kann, habe ich nicht wirklich. Neben dem Studium habe ich immer mal wieder kleine Aufträge und ich bin regelmässig als Regieassistent bei einem Filmemacher mit auf dem Set. Aus finanzieller Sicht mache ich mir keine Sorgen, weil ich weiss, dass ich einen Weg finde und  ich mit wenig auskommen kann. Eine Grundangst oder einen Grundrespekt vor der Zukunft oder vor der beruflichen Existenz habe ich natürlich schon. Wer hat das nicht? Ich hinterfrage auch häufig meine eigenen Arbeiten und mein Studium. Ich habe auch grossen Respekt vor Gestalterinnen und Gestaltern, die es geschafft haben ihre eigenen Ideen umzusetzen und auch noch davon zu leben. Ich glaube die Kunst liegt darin, immer wieder neu anzufangen, einen Schritt zurück zu machen, seinen eigenen Weg zu finden und aus jeder Situation das Beste zu machen.

 

Was ist das Verrückteste, das hier in eurem Atelier passiert ist?

Inspiriert von den öffentlichen Bädern in Island haben hier einige Studierende innerhalb einer Woche einen Hot Tub aus einer Baumulde gebaut und dann an einem Openhouse das Wasser auf 40 °C erwärmt, sodass alle auf dem Freilager-Platz baden konnten. Und das im Januar!  

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