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Mittwoch, 16. August 2017

Schaustelle Vol. 7: Satzig

Bei der siebten Ausgabe der Schaustelle geht es um den kreativen Prozess des Versuchen und Scheiterns. In unserem Blog stellen sich die einzelnen Austeller*innen etwas genauer vor. Dieses Mal mit Philipp Rast vom Upcycling-Projekt Satzig.

 

Wieso bist du bei der Schaustelle dabei?

Die Schaustelle bietet mir eine gute Möglichkeit, mich auszutauschen. Zudem kann ich so mein Projekt das erste Mal der Öffentlichkeit präsentieren.

 

Wie bist du auf deine Idee gekommen? / Wie hat sich dein Projekt entwickelt?

Up – und Recycling hat mich hat mich immer schon fasziniert. Zum Glück leben wir in einer Zeit in der sehr vieles wiederverwertet wird. Ich habe ein Abfallprodukt gesucht, welches kein zweites Leben bekommt. Weltweit werden jährlich 7.5 Millionen Tonnen Rohkaffee produziert. Der daraus hervorgehende Kaffeesatz landet in der Mühlverbrennung oder wird kompostiert. Somit hatte ich meinen Rohstoff gefunden.

 

Was willst du mit deinem Projekt erreichen?

Ziel ist es, einen hochwertigen Werkstoff aus Kaffeesatz herzustellen und diesen zu Möbeln und Leuchten weiter zu verarbeiten. Kaffeesatz als Rohstoff zu verwenden, macht nur Sinn, wenn der gesamte Herstellungsprozess und die Endprodukte umweltfreundlich sind.

 

Was ist der aktuelle Stand deines Projekts?

Ich habe einen Bindemittelhersteller gefunden welcher mich unterstützt. Mit einem biologischen Bindemittel ist es uns gelungen, brauchbare Musterplatten aus Kaffeesatz und Pflanzenfasern herzustellen. Die Eigenschaften müssen noch optimiert werden.

Zeitgleich entwickle ich eine Leuchte, welche mit dem neuen Verbundwerkstoff gebaut werden soll. Des Weiterns baue ich Prototypen für Hocker.

 

Wie hat sich dein Projekt gewollt oder ungewollt verändert?

Was zu Haus im Estrich mit kleinen Versuchen gestartet ist, wird immer konkreter. Zu beginn war das Projekt eine begeisternde Idee, an der ich als Hobby gearbeitet habe. Nun wird es umfassender und anspruchsvoller.

 

Was motiviert dich?

Die Begeisterung meiner Freunde, wenn ich von meiner Idee erzähle, meine Entwürfe und ersten Muster zeige. Es motiviert mich, meine Idee in die Tat umzusetzen und nicht nur als gute Idee stehen zu haben. Ich fiebere auf den Moment, mein erstes Produkt aus Kaffeesatz präsentieren zu können und bin gespannt auf die Reaktionen.

 

Wie gehts du mit Rückschlägen um?

Zu Beginn war jeder Rückschlag ein Grund um aufzugeben. Inzwischen habe ich ein Fundamt erarbeitet, auf das ich vertraue. Bei einem Rückschlag schaue ich nach vorne und suche neue Lösungen.

 

Was für Schwierigkeiten hattest du im Entwicklungsprozess?

Es war schwierig einen Partner mit dem know-how zu finden, welcher nicht in riesigen Volumen denkt. Da ich mein Projekt noch als Privatperson bearbeite, habe ich von grossen Unternehmen oft nicht einmal eine Antwort auf meine Anfragen erhalten.

 

Wo und wann bist du jeweils auf externe Unterstützung angewiesen?

Die Entwicklung eines neuen Werkstoffes setzt Wissen voraus, welches ich nicht habe. Zudem ist ein kostenintensiver Maschinenpark notwendig. Aus diesen Gründen musste ich mir einen Partner suchen, welcher die Entwicklung des Werkstoffes nach meinen Möglichkeiten mitträgt.

 

Was wären optimale Bedingungen und Voraussetzungen in der Entwicklung und Umsetzung deiner Produkte und Projekte?

Durch eine Anschubfinanzierung könnte ich mich voll und ganz auf mein Projekt konzentrieren und müsste nicht noch einer anderen Arbeit nachgehen, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren und die Kosten für die Entwicklung zu bezahlen.

 

Wie sieht die Zukunft aus?

Die Zukunft sieht dunkelbraun aus, wie Kaffeesatz und heisst Satzig.

 

Welche Ziele hast du und was tust du um diese zu erreichen?

Das Ziel ist, aus meinem Projekt ein Kleinunternehmen entstehen zu lassen, welches sich finanziell selber trägt. Um dort hin zu kommen, versuche ich mit viel Sorgfalt Produkte zu entwickeln, mit denen ich Menschen begeistern kann.

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