Support Acts: When They Wake, Al Pride
VVK Tickets CHF 15.- Bestellen unter: sonicdelivery.ch@hotmail.com
„Im Sommer schiint' d’Sunne, im Winter da schneit’s, in der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz…“
Auch wenn das im Großen und Ganzen immer noch stimmt, so hat sich seit den Zeiten von Vico Torriani doch einiges im kleinen Alpenstaat verändert. Siehe zum Beispiel den Kanton Aargau nahe Zürich. Neben Bergen, Seen und Wiesen trifft man hier in auf Autobahnen, Industrie und Atomkraftwerke in unerwarteter Anzahl. Genau so unerwartet trifft man in dieser Region auf ein Trio von Freunden, das sich mit Anfang 20 nichts weniger als den Durchbruch auf die Fahne geschrieben hat. Sänger Lars, Gitarrist Sascha und Schlagzeuger Cry G sind SONIC DELIVERY – der Name ist Programm. Die Musik steht an vorderster Stelle, das zum (Über-)leben nötige Geld besorgt man sich durch einen Job hier, einen anderen dort – „Querfinanzierung“ nennen die drei das süffisant grinsend. Das die „A Thousand Years“ EP ein Debüt sein soll, kann man angesichts der Quote von „drei Songs und drei Volltreffer“ kaum glauben. Denn was die Schweizer in Sachen detailreicher, aber nicht überladen wirkender Arrangements, spielerischem Können und herausragenden Songs zu bieten haben, braucht die Konkurrenz nicht zu scheuen. Und gerade die Songs stehen bei SONIC DELIVERY ganz klar im Vordergrund. Das Statement „Gute Songs findest du überall, egal ob bei SLIPKNOT oder am anderen Ende des Spektrums bei OWL CITY“ spricht hier Bände.
Gib dem Kind einen Namen!
Aber wie klingt das? „Eigentlich gibt es ja nur zwei Kategorien, E- Musik und U-Musik“, lacht Sänger Lars „Ich zähle uns zur zweiten Kategorie“, fährt er fort, „Ich wage zu behaupten, dass wir Pop/Rock machen.“ In der Theorie mag das stimmen, in der Praxis jedoch fällt es wesentlich schwerer die Mischung aus harten Gitarren, treibenden Grooves, modernen Sounds und fast schon unverschämt eingängigen Melodien und Hooklines in eine der existierenden Schubladen einzuordnen. Und auch die jungen Schweizer selbst tun sich damit schwer. Anders gefragt: Gibt es gemeinsame Lieblingsbands? Plötzlich kommen Namen wie DREDG, DEFTONES, ESCAPE THE FATE, SAOSIN, PAPA ROACH, LOST PROPHETS, A DAY TO REMEMBER, OWL CITY oder FORT MINOR aus drei Pistolen geschossen. Bands die ein feines Ohr im Sound von SONIC DELIVERY erkennen könnte, vor allem aber Bands die eins eint: das Spiel mit Melodie und Härte, Elemente, die auch SONIC DELIVERY auszeichnen. Ob man das nun Alternative Metal oder Pop Rock nennt, ist zweitrangig. Das fand auch EMIL BULLS Sänger Christoph „Christ“ von Freydorf, der von Probeaufnahmen des Trios derart begeistert war, dass er umgehend anbot bei den Aufnahmen zur EP tatkräftig einzugreifen. „Und jetzt ist er unser Co-Produzent, das hat er nun davon“ schmunzelt Drummer Cry G.
Der Song muss überzeugen!
Das Credo der Band lautet „Ein guter Song überzeugt immer, ganz unabhängig von der Verpackung.“ SONIC DELIVERY halten auf der „A Thousand Years“ EP gleich zwei Verpackungsvarianten bereit. Neben den lauten, rockigen Tönen beherrschen Lars, Sascha und Cry G auch die leisen Töne – Stichwort „unplugged“. „Wenn du dich nicht hinter Gitarren und Drums verstecken kannst, entscheidet sich ob ein Song was taugt oder nicht“, sagt die Band. Ein Mehraufwand, der sich hörbar lohnt. Auch wenn diese Qualitätssicherung Zeit benötigt – SONIC DELIVERY nehmen sie sich ganz bewusst. „Wir haben schon von vielen Leuten gehört, dass wir Perfektionisten seien“, sagt Lars. „Manche sagen auch ‚anstrengend’…““, ergänzt Gitarrist Sascha lachend. „Wir hatten das Glück, das wir immer und immer wieder an den Songs feilen konnten, bis alles perfekt zusammen passte. Uns hat ja niemand Druck gemacht, das war natürlich eine Luxussituation“, gibt Lars unumwunden zu. „Aber dafür ist es jetzt richtig geil!“ Das was man hört, gibt ihm und SONIC DELIVERY Recht.
Das Warten auf den Richtigen
Band und Songs haben sich gefunden, nur den richtigen Bassisten sucht man vergebens. Warum? „In unserer Altersklasse ist Bass wahrscheinlich das uncoolste Instrument“ lacht Lars. Aber auch die Hingabe die Lars, Sascha und Cry G vorleben ist nicht jedermanns Sache. „Wir drei wollen es jetzt wissen, das bedeutet zum Beispiel viel Zeit zu investieren. Das das nicht jeder kann oder will, ist auch klar.“ Was sich im Studio verhältnismäßig leicht lösen lässt, wird auf der Bühne zu einer echten Bewährungsprobe, die man mit Bravour absolviert. „Das kommt dann halt vom Band, glücklicherweise wird so etwas heute toleriert“, so Lars. Die Zeiten haben sich geändert, dort wo man vor Jahren noch in Schubladen gedacht hat, ist heute Platz für Bands wie SONIC DELIVERY, die mit Leidenschaft, Kompromisslosigkeit und Können überzeugen können. Denn das Händchen für große Songs und Hooklines, das haben sie. Wie die „A Thousand Years“ EP nachhaltig unter Beweis stellt.