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Tommy Cash (EE)

Dienstag, 12. April 2022 - 19:00 bis 22:00
 

Wie aufregend und vielseitig Rap sein kann, wenn man sämtliche Genregrenzen verwischt, zeigt der Este Tomas Tammemets alias Tommy Cash mit seinem Post-Sowjet-Rap.

1991 im Jahr der estnischen Unabhängigkeit, im ärmsten Bezirk Tallinns geboren, wuchs Tomas Tammemets inmitten einer Mischung aus baltischem Ghetto und dem nachwirkenden russischen Erbe auf. Früh merkt er, dass er anders ist. Er läuft mit Kilt durch die Gegend, übt sich in Grafitti und hört amerikanischen Rap. Mit fünfzehn Jahren entdeckt er seine Liebe zum Tanz und arbeitet sich zu einem bekannten Freestyle-Tänzer hoch. Schließlich entschließt er sich dazu, Kunst zu studieren: Der Anfang von Tommy Cash. Seine Konzeptkunst speist sich gleichermassen aus dem kulturellen Erbe postsowjetischer Szenerien sowie den Tunes der westlichen Rap-Elite – sie ist konstruiert, um Vorurteile zu zerschlagen und Grenzen von Sexualität, Genres und Geschichte nicht nur zu übertreten, sondern zu überwinden.

Als exzessiver Provokateur und überschwänglicher Rapper kreiert er ein Gesamtkunstwerk, das insbesondere in seinen faszinierenden Videos Ausdruck findet: In diesen destilliert er gerne trashige, obszöne und ungewöhnliche Bilder und persifliert oft die osteuropäischen Stereotypen – inklusive Adidas-Anzug und Slav- Squad – ein surrealer Fiebertraum. Sein Mix aus westlichem Rap, osteuropäischen Einflüssen, der Rave-Kultur, konzeptioneller Kunst, modernem Design und der Lust, alles bis zum Limit zu pushen ist derart gefragt, dass sich die Kollab-Acts die Klinke in die Hand geben: die Liste umfasst Charli XCX, die russische Parodie-Rave-Band Little Big, das Berliner Electro-Duo Modeselektor, sowie zuletzt aufsehenerregende Kollektionen für Maison Margiela und Adidas – die aus letzterer stammenden «Baguette Sneaker» wurden von GQ als «the best, most ridiculous sh*t we've seen all year» bezeichnet.

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