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Dienstag, 4. April 2017

Portrait #6 Flocka Soda!

 

Flocka Soda rekonstruieren Geschmäcker bekannter Limonaden mit natürlichen Zutaten in Form von Sirup. Hinter Flocka Soda steht ein ehemaliges innovatives Barkonzept, welches unerwartet zum Erfolg wurde. Für unsere Blogserie Arbeit 2.0 habe ich André, Yannick und Rosi zur Sirup-Degustation in ihrer Tüftelküche getroffen:

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Sirup zu machen?

Angefangen hat alles mit einem spontanen Projekt. GDS.FM hat im letzten Juli ein einmonatiges Live-Radio-Festival veranstaltet. André und ich (Yannick) waren zuständig für den Barbereich.  Wir wollten nicht einfach die bekannten, normalen Longdrinks rauslassen oder gekaufte Cola ausschenken, wussten aber auch, dass wir nicht den nötigen Platz haben werden, um super aufwendige Cocktails zu machen. Auch etwas aus der Not heraus haben wir also angefangen, mit eigenen Sirups und Soda-Varianten zu experimentieren. Wir hatten ursprünglich nicht das Ziel länger mit Sirups zu arbeiten, wir wollten einfach einen schönen Monat mit innovativem Barkonzept. Am Festival kamen unsere Sirupe super gut bei den Leuten an und bereits während des Festivals bekamen wir die ersten Anfragen nach unserer Cola. Da fingen wir an uns Gedanken zu machen und  zu fragen, ob wir das nicht einfach mal ausprobieren und „auf dem groove mitreiten möchten.“ So sind wir in das „Sirupgeschäft“ reingerutscht und zu „Sirupies“ geworden.

Zu uns gesellte sich dann noch Rosi von GDS.FM, mit dem wir schon vor dem Festival befreundet waren. Rosi stellte sich während des Monates als exzellenter Küchenhelfer, Stimmungsmacher und vieles weiteres heraus, so war es klar, dass wir ihn ins Team aufnehmen.

 

Wie bringt ihr eure Sirupe unter die Leute?

Wir sind immer wieder an Veranstaltungen, wo wir unsere Produkte präsentieren können. Aber hauptsächlich haben wir zwei grössere Abnehmer: Einerseits den Kauz Club, den André mitgeholfen hat aufzubauen. Andererseits die Vale Fritz GMBH, dem Unternehmen von Vale Fritz, das verschiedene Pop-Up Projekte, wie die Wildbar oder das Soi Thai durchführt. Unsere Abnehmer sind gute Kollegen, die grosse Freude daran haben, was wir machen und wir freuen uns, dass es ihnen gefällt. Es ist ein Vorteil, dass wir sie gut kennen. Es gibt uns einen gewissen Freiraum für Experimente. Es ist beispielsweise kein Problem, wenn wir mit neuen oder veränderten Rezepturen ankommen, weil ein Grundvertrauen besteht und sie von uns überzeugt sind. Wir haben uns vorerst auf diese beiden grösseren Abnehmer beschränkt, um unser Produkt erst einmal zu etablieren. Momentan sind wir noch in der „learnig by doing“- Phase. Es ist ja auch alles Ad hoc passiert.  Wir haben Flocka Soda ja auch nie geplant oder einen Businessplan gemacht. Insofern ist es auch schön, unter Freunden wachsen zu können, bevor wir weiter gehen.

 

Wo arbeitet ihr?

Wir produzieren in einer professionellen Gastroküche, welche wir stundenweise Mieten. Das ist mit Kosten verbunden, daher können wir nicht immer dort sein. Um an unseren Sirupen zu tüfteln, mieten wir daher zusätzlich eine Kochinsel in der Zwischennutzung Hard zu einem günstigen Mietzins, was viel komfortabler ist. Dieser Ort ermöglicht es uns, dass wir zusammenkommen, überlegen und planen können was wir machen möchten. Während früher die Töpfe bei André und das Gemüse und die Früchte in einer anderen Küche waren, können wir jetzt, da alles an einem Ort ist, gleich loslegen. In dieser Küche haben wir zudem die Möglichkeit im kleineren Massstab zu arbeiten, Prototypen zu kreieren und herum zu experimentieren, wie lange beispielsweise etwas bei welcher Temperatur im Wasser liegen muss, bis es die optimale Geschmackskonzentration abgibt.

 

Was schätzt ihr an eurer Arbeit, was motiviert euch?

Es hat etwas belohnendes, wenn man ein eigenes Produkt hergestellt hat und die Leute zu einem kommen und sagen, dass sie es sehr mögen und es gerne kaufen möchten. Wir haben auch einfach alle auch Freude an unserem Produkt und am weiterentwickeln der Ideen und Flavours. Wir können ausprobieren, die Chance packen und schauen wo es uns hintreibt. Wir haben alle schon mal halbwegs Büro Luft geschnuppert und wissen, dass dies nicht der Ort ist, wo wir glücklich werden. Da motiviert es zusätzlich, wenn man selbstständig mit Kollegen arbeiten darf.

 

Wo seht ihr Schwierigkeiten oder habt ihr Ängste?

Kosten. Plötzliche Misswirtschaft kann immer passieren, wenn man nicht richtig aufpasst. Dann hast du 100 Stunden aufgewendet und stehst dennoch mit einem Minus da. Dann ist etwas nicht gut gelaufen. Aber auch das darf in einer Anfangsphase sein. Deswegen sind wir im kleinen Rahmen unterwegs und gehen  Step by Step vor. Wir übernehmen uns nicht, im Sinne dass wir nicht alles auf einmal haben müssen.

Auch ein Preis für das eigene Produkt festzulegen ist nicht einfach, ohne das man das Gefühl hat zu viel zu verlangen. Es ist manchmal schwierig den Leuten zu erklären, wieso etwas so viel kostet.

 

Seinen Namen verdankt Flocka Soda einer Abwandlung des jamaikanischen Dancehall BlokaBloka. Flocka wurde beim herumexperimentieren immer gerufen, wenn etwas geklappt hat oder sie mit einem Ergebnis zufrieden waren. Derzeit umfasst das Sirup-Sortiment von Flocka Soda eine  Cola,  ein Bitter Lemon und  ein Mate. Mit den Flavours von Flocka Soda lässt sich aber weit mehr machen als nur Sirup. Demnächst werden die Drei an einer Veranstaltung mit ihren Flavours Zuckerwatte herstellen.

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